Brustkrebs im Saarland - Daten und Fakten
Bundesweit wurde in den letzten 10 Jahren ein nahezu flächendeckendes Netz epidemiologischer Länderkrebsregister aufgebaut. Diese Register kooperieren eng mit der Dachdokumentation Krebs des Robert Koch-Instituts in Berlin, um eine umfassende Dokumentation der Krebserkrankungen in Deutschland zu gewährleisten. Brustkrebs ist in den bevölkerungsbezogenen Krebsregistern eine der am besten dokumentierten Erkrankungen:
- Im Jahr 2009 erkrankten nach Schätzungen, die auf den Erhebungen der Länderkrebsregister basieren, in Deutschland etwa 72.000 Frauen neu an Brustkrebs. Mit einem Anteil von 32 Prozent war Brustkrebs die häufigste Krebsneuerkrankung bei Frauen. (vgl. GEKID-Atlas: Inzidenz und Mortalität von Krebserkrankungen in den Bundesländern, www.gekid.de).
- Im Saarland erkrankten nach aktuellen Ergebnissen des Epidemiologischen Krebsregisters im Jahr 2009 insgesamt 953 Frauen neu an Brustkrebs, davon waren 38 Prozent jünger als 60 Jahre. Brustkrebs ist auch im Saarland seit Jahren die mit Abstand häufigste Krebsneuerkrankung und -todesursache bei Frauen.
Die Neuerkrankungsrate der invasiven Brusttumoren ist steigend. Damit stellt Brustkrebs die Gesundheitspolitik vor große Herausforderungen. Im Rahmen einer qualitätsgesicherten und evidenzbasierten Gesamtstrategie zur Bekämpfung von Brustkrebs werden Prävention und Früherkennung künftig an Bedeutung gewinnen. Zur Verbesserung der Früherkennung wurde in Deutschland ein organisiertes Mammographie-Screening eingeführt.
Die epidemiologischen Krebsregister werden auch hier einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie bevölkerungsbezogen sowohl die angestrebten Veränderungen in der Stadienverteilung bei Diagnosestellung als auch die vermehrte Erfassung von nicht invasiven Tumorstadien dokumentieren. Darüber hinaus werden die so genannten Intervallkarzinome in den Krebsregistern identifiziert, was u.a. eine Überprüfung der Sensitivität der Mammographie als Screening-Untersuchung ermöglicht. Ebenso kann die Akzeptanz und Effektivität von Früherkennungsprogrammen in den unterschiedlichen Altersgruppen untersucht werden. Eine Analyse der Überlebensraten ermöglicht Aussagen über die Effektivität dieser Programme auch hinsichtlich des langfristig angestrebten Ziels einer spürbaren Reduzierung der Sterblichkeit an Brustkrebs.
Aktuelle, detaillierte Fallzahlen und Trends für das Saarland können Sie der Datenbank des Epidemiologischen Krebsregisters Saarland entnehmen.
Auf den Seiten des Krebsregisters finden Sie auch eine Reihe von Veröffentlichungen zum Thema „Krebs im Saarland“.
zuletzt aktualisiert am 28. Mai 2013